Endovenöse Krampfaderbehandlung – moderne Therapie bei Venenerkrankungen

Effektiv, schonend und zeitgemäß

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Einleitung: Wenn Venen mehr als ein kosmetisches Problem sind

Krampfadern sind weit mehr als ein ästhetisches Thema. In meiner Praxis begegnen mir täglich Patientinnen und Patienten, die unter Schweregefühl, Spannungsgefühlen, Schwellungen oder nächtlichen Wadenkrämpfen leiden. Häufig bestehen diese Beschwerden über Jahre, werden hingenommen oder rein kosmetisch eingeordnet – obwohl sie Ausdruck einer chronischen Venenerkrankung sind.

Die endovenöse Therapie hat die Behandlung von Krampfadern grundlegend verändert. Anstelle einer operativen Entfernung erkrankter Venen stehen heute minimalinvasive Verfahren zur Verfügung, die gezielt, effektiv und mit geringer Belastung für die Patient:innen durchgeführt werden können.

 

Venenerkrankungen – was passiert im Körper?

Um die endovenöse Therapie zu verstehen, ist es wichtig, die Entstehung von Krampfadern zu kennen.

In gesunden Venen sorgen Venenklappen dafür, dass das Blut entgegen der Schwerkraft aus den Beinen zurück zum Herzen transportiert wird. Sind diese Klappen geschädigt oder insuffizient, kommt es zu einem Rückfluss des Blutes (Reflux). Die Folge:

  • Blut staut sich in den Beinvenen
  • der Venendruck steigt
  • die Venen weiten sich dauerhaft
  • es entstehen sichtbare Krampfadern

Unbehandelt kann dieser Prozess fortschreiten und zu:

  • chronischen Schwellungen
  • Hautveränderungen
  • Entzündungen
  • Thrombosen
  • im fortgeschrittenen Stadium sogar offenen Beinwunden (Ulcera)

führen. Eine frühzeitige und gezielte Therapie ist daher nicht nur sinnvoll, sondern medizinisch geboten.

 

Was bedeutet „endovenös“?

Der Begriff endovenös beschreibt ein Verfahren, bei dem die Behandlung von innen aus der Vene heraus erfolgt – ohne chirurgisches Entfernen der Vene.

Statt die erkrankte Vene operativ zu ziehen, wird sie gezielt von innen verschlossen. Der Körper übernimmt anschließend den Abbau der funktionslosen Vene und leitet den Blutfluss dauerhaft über gesunde Gefäße um.

In meiner Praxis kommen vor allem zwei etablierte endovenöse Methoden zum Einsatz:

  • die endovenöse Lasertherapie
  • die Venenklebebehandlung mit medizinischem Gewebekleber (VenaSeal)

Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel: den krankhaften Rückfluss in der betroffenen Vene dauerhaft zu unterbrechen.

 

Gemeinsames Ziel beider Verfahren

Unabhängig von der gewählten Methode basiert die moderne Krampfadertherapie auf einem klaren Prinzip:

  • die erkrankte Vene wird nicht entfernt
  • sie wird von innen dauerhaft verschlossen
  • der Blutfluss wird durch gesunde Venen zum Herzen geleitet, diese sind nach der Behandlung deutlich entlastet
  • der Körper baut die funktionslose Vene schrittweise ab

Welche Methode im individuellen Fall geeignet ist, hängt von anatomischen, medizinischen und persönlichen Faktoren ab.

 

Die endovenöse Lasertherapie

Wirkprinzip

Die endovenöse Lasertherapie arbeitet mit gezielter thermischer Energie. Über eine feine Laserfaser, die unter Ultraschallkontrolle in die erkrankte Vene eingeführt wird, wird Laserenergie abgegeben. Diese Energie wird vom Blut und der Venenwand absorbiert und erzeugt eine kontrollierte Erwärmung.

Die Wärme bewirkt:

  • eine Schrumpfung der Venenwand
  • eine Denaturierung der Gefäßstruktur
  • einen dauerhaften Verschluss der Vene

Die Vene verliert damit ihre Funktion und wird vom Körper langfristig resorbiert.

Ablauf der Laserbehandlung

  1. Ultraschallgestützte Planung
    Zunächst wird der exakte Verlauf der erkrankten Vene mittels Duplexsonografie dargestellt.
  2. Lokale Betäubung (Tumeszenzanästhesie)
    Entlang der Vene wird eine verdünnte Betäubungslösung eingebracht. Sie dient:
    • der Schmerzlinderung
    • dem Schutz des umliegenden Gewebes
    • der optimalen Positionierung der Vene
  3. Laserablation
    Die Laserfaser wird schrittweise zurückgezogen, während die Energie kontrolliert abgegeben wird. Der Verschluss erfolgt segmentweise und präzise.
  4. Abschluss und Kompression
    Nach der Behandlung wird ein Kompressionsstrumpf angelegt, der den Heilungsprozess unterstützt.

Besonderheiten der Lasertherapie

  • seit vielen Jahren etabliert
  • sehr hohe Verschlussraten
  • gut geeignet für größere Stammvenen
  • sofortige Mobilisation
  • leichte Spannungsgefühle möglich

Die Lasertherapie ist ein bewährtes Verfahren mit exzellenten Langzeitergebnissen.

 

Die Venenklebebehandlung (VenaSeal)

Wirkprinzip

Die Venenklebebehandlung nutzt einen medizinischen Gewebekleber, der gezielt in die erkrankte Vene eingebracht wird. Anders als bei der Lasertherapie kommt keine Hitze zum Einsatz.

Der Kleber bewirkt:

  • ein sofortiges Aneinanderhaften der Venenwände
  • einen mechanischen Verschluss der Vene
  • eine Ausschaltung des Rückflusses

Der Körper erkennt die verschlossene Vene als funktionslos und baut sie im Laufe der Zeit ab.

Ablauf der Venenklebebehandlung

  1. Ultraschallkontrolle
    Auch hier erfolgt die gesamte Behandlung unter kontinuierlicher Ultraschallüberwachung.
  2. Einbringen des Katheters
    Über einen kleinen Zugang wird ein dünner Katheter in die Vene vorgeschoben.
  3. Applikation des Venenklebers
    Der Kleber wird in genau definierten Abständen eingebracht. Durch leichten äußeren Druck werden die Venenwände zusammengeführt.
  4. Abschluss ohne Kompression
    In den meisten Fällen ist keine Kompressionsbehandlung nach dem Eingriff notwendig.

Besonderheiten des Venenklebers

  • keine thermische Belastung
  • keine Tumeszenzanästhesie erforderlich
  • kaum postinterventionelle Beschwerden
  • sofortige Mobilisation
  • besonders komfortabel für Patient:innen

Das Verfahren eignet sich insbesondere für Patient:innen, die eine möglichst schonende Behandlung mit minimalem Nachsorgeaufwand wünschen.

 

Welche Methode ist die richtige?

Die Entscheidung für Laser oder Venenkleber basiert auf:

  • Durchmesser und Verlauf der Vene
  • Nähe zu Hautnerven
  • Begleiterkrankungen
  • beruflichen und persönlichen Anforderungen

In meiner Praxis steht nicht das Verfahren, sondern die passende Lösung für den Menschen im Mittelpunkt.

 

Sicherheit und Langzeitergebnisse

Beide Verfahren gelten bei fachgerechter Durchführung als sehr sicher und zeigen hohe dauerhafte Verschlussraten. Wichtig ist jedoch zu verstehen, dass:

  • die behandelte Vene dauerhaft ausgeschaltet ist
  • eine grundsätzliche Venenschwäche bestehen bleiben kann
  • regelmäßige Kontrollen sinnvoll sind

Moderne endovenöse Therapien ermöglichen heute eine effektive Behandlung mit minimaler Belastung und hoher Lebensqualität.

 

Ärztlicher Anspruch

Als Praxisinhaberin lege ich großen Wert auf:

  • sorgfältige Diagnostik
  • realistische Aufklärung
  • individuelle Therapiewahl
  • nachhaltige Ergebnisse

Lasertherapie und Venenkleber sind keine Konkurrenzverfahren, sondern komplementäre Werkzeuge der modernen Phlebologie.

Gerne berate ich Sie im persönlichen Gespräch, welche dieser modernen Verfahren für Ihre individuelle Venensituation geeignet sind – eine Terminvereinbarung ermöglicht eine fundierte Diagnostik und eine maßgeschneiderte Therapieplanung.

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