Besenreiser gehören zu den häufigsten Veränderungen an den Beinen. Fast jede zweite Frau und auch viele Männer entdecken im Laufe ihres Lebens feine rote, blaue oder violette Äderchen an den Ober- oder Unterschenkeln.

Gesundheitlich sind Besenreiser meist unproblematisch. Trotzdem können sie das persönliche Wohlbefinden erheblich beeinflussen. Viele Betroffene tragen keine kurzen Hosen mehr, vermeiden Röcke oder fühlen sich im Urlaub und am Strand unwohl.

Dabei müssen Besenreiser nicht einfach hingenommen werden.

Was sind Besenreiser eigentlich?

Besenreiser sind kleine, erweiterte Venen direkt unter der Haut. Sie zeigen sich als feine Verästelungen oder netzartige Gefäße und werden mit der Zeit oft deutlicher sichtbar.

Pathophysiologisch handelt es sich um ein hochverzweigtes Netzwerk feinster Hautgefässe, bei dem arterielle und venöse Anteile miteinander verbunden sind. Überwiegt der arterielle Druck, erscheinen die Gefässe rötlich; dominiert venöses Blut, wirken sie eher bläulich.

Warum Besenreiser entstehen, ist nicht immer eindeutig. Häufig spielen Veranlagung, hormonelle Einflüsse, Schwangerschaften oder langes Sitzen und Stehen eine Rolle.

Ein weit verbreiteter Mythos ist das Übereinanderschlagen der Beine als Auslöser. Diese Sitzhaltung kann zwar kurzfristig den venösen Rückfluss behindern und ein Spannungsgefühl verstärken, sie verursacht jedoch keine dauerhafte Gefässerweiterung. Besenreiser entstehen nicht durch Sitzgewohnheiten, sondern durch genetische und hormonelle Faktoren.

Viele Menschen betrachten Besenreiser als reines Schönheitsproblem. Manchmal können sie jedoch auch ein erster Hinweis auf eine tieferliegende Venenschwäche sein.

Deshalb schauen wir immer genauer hin

Wer Besenreiser behandeln lassen möchte, erwartet oft, dass die sichtbaren Äderchen einfach entfernt werden. Für eine erfolgreiche Behandlung ist jedoch entscheidend, die Ursache zu kennen.

Deshalb untersuchen wir vor jeder Behandlung das Venensystem mit einer modernen Ultraschalluntersuchung. So können wir erkennen, ob die Besenreiser tatsächlich isoliert auftreten oder ob größere Venen im Hintergrund eine Rolle spielen.

Denn das beste kosmetische Ergebnis entsteht dann, wenn nicht nur die sichtbaren Äderchen, sondern auch mögliche Ursachen berücksichtigt werden.

Die Behandlung von Besenreisern

Die effektivste Behandlung von Besenreisern ist die Mikroschaumsklerosierung.

Der entscheidende Unterschied zur herkömmlichen Verödung liegt in der Verwendung von Mikroschaum. Dabei wird das Verödungsmittel mithilfe eines speziellen medizinischen Gerätes zu einem Schaum mit besonders feinen und gleichmäßigen Mikrobläschen aufbereitet.

Durch diese spezielle Struktur kann der Mikroschaum das Blut in der zu behandelnden Vene nahezu vollständig verdrängen und kommt dadurch direkt mit der Gefäßwand in Kontakt. Dies ermöglicht eine besonders gleichmäßige und effektive Behandlung der betroffenen Gefäße.

Die feinen Mikrobläschen sorgen zudem für eine hohe Stabilität des Schaums und eine kontrollierte Verteilung innerhalb der Vene. Dadurch kann die Wirkung des Verödungsmittels optimiert werden, während gleichzeitig nur geringe Mengen des Wirkstoffs benötigt werden.

Dank dieser modernen Technologie lassen sich Besenreiser und kleinere Krampfadern heute besonders schonend, präzise und mit sehr guten kosmetischen Ergebnissen behandeln.

Ein entscheidender Vorteil der Schaumverödung ist, dass sich der Schaum im gesamten Gefässnetz verteilt und auch tieferliegende, nicht sichtbare Gefässe erreicht. Dadurch ist sie anderen Verfahren wie dem Laser in ihrer Effizienz häufig überlegen.

Wichtig ist eine realistische Erwartung: Eine einzige Behandlung reicht in der Regel nicht aus. Die maximal zulässige Schaummenge pro Sitzung ist aus Sicherheitsgründen begrenzt, und der Körper reagiert biologisch unterschiedlich. Idealerweise wird das verschlossene Gefäss vollständig abgebaut, in manchen Fällen regeneriert der Körper jedoch Teile der Vene.

Deshalb sind mehrere Sitzungen erforderlich. Im Durchschnitt werden etwa 2-4 Behandlungen benötigt. Bei ausgeprägten Befunden können auch mehr Sitzungen notwendig sein. Mehrere Sitzungen sind somit kein Zeichen eines Misserfolgs, sondern Ausdruck der biologischen Grenzen der Gefässreaktion und einer sicheren Dosierung.

Die Behandlung erfolgt ambulant, dauert meist nur wenige Minuten und erfordert keine Betäubung. Direkt danach können Sie wieder gehen und Ihren Alltag in der Regel ganz normal fortsetzen.

Entscheidend sind Geduld, realistische Erwartungen und eine individuell abgestimmte Therapieplanung.

Und danach?

Nach der Behandlung können vorübergehend kleine blaue oder rötliche Flecken, leichte Schwellungen oder tastbare Verhärtungen entlang des Gefässes auftreten. Diese Reaktionen sind normal und harmlos. Typisch sind auch bräunlich-grünliche Verfärbungen, sogenannte Hyperpigmentierungen. Sie entstehen durch Eisenablagerungen (Hämosiderin) aus abgebautem Blut und sind Teil des natürlichen Heilungsprozesses.

Diese Pigmentierungen bilden sich in der Regel vollständig zurück, benötigen jedoch Zeit. Leichte Verfärbungen verschwinden häufig innerhalb von sechs bis zwölf Wochen, ausgeprägtere können mehrere Monate oder länger in Anspruch nehmen. Ein konsequenter Sonnenschutz ist wichtig, da UV-Licht die Pigmentbildung verstärken und die Rückbildung verzögern kann.

Ein Kompressionsstrumpf ist nach einer Besenreiserbehandlung in der Regel für 1-2 Wochen hilfreich, um das Ergebnis zu verbessern.

Neben der Schaumverödung existieren Laser- und Radiofrequenzverfahren wie IPL oder YAG-Laser, die insbesondere bei sehr feinen roten Gefässen eingesetzt werden. Diese Methoden arbeiten mit Hitze, sind jedoch meist teurer, schmerzhafter und bei grösseren oder tieferliegenden Gefässen weniger effektiv. Trotz technischer Fortschritte erreichen sie bei flächigen oder blauen Besenreisern meist nicht die Effizienz der Schaumverödung und gelten daher eher als ergänzende Methode.

Natürlich schöne Beine

Unser Ziel ist nicht die perfekte Retusche eines Fotos, sondern Beine, mit denen Sie sich wieder wohlfühlen können.

Deshalb nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Diagnostik, eine ehrliche Beratung und ein individuelles Behandlungskonzept. So schaffen wir die Grundlage für ein Ergebnis, das nicht nur gut aussieht, sondern auch medizinisch sinnvoll ist.

Denn manchmal sind Besenreiser einfach nur Besenreiser – und manchmal erzählen sie eine größere Geschichte über die Gesundheit Ihrer Venen.

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