Bein- und Beckengefäße

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Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine der häufigsten Gefäßerkrankungen. Dabei kommt es durch Verengungen oder Verschlüsse der Bein- und Beckenarterien zu einer verminderten Durchblutung der Muskulatur und des Gewebes.

Die Erkrankung entwickelt sich meist langsam über viele Jahre und bleibt anfangs häufig unbemerkt. Mit zunehmender Einengung der Gefäße treten jedoch Beschwerden auf, die die Gehstrecke und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.

Da die pAVK Ausdruck einer allgemeinen Gefäßerkrankung ist, betrifft sie nicht nur die Beine. Patienten mit einer pAVK haben gleichzeitig ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Gefäßerkrankungen.

Eine frühzeitige Diagnostik ermöglicht es, Risikofaktoren gezielt zu behandeln, die Durchblutung zu verbessern und schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Denn je früher eine Durchblutungsstörung erkannt wird, desto größer sind die Möglichkeiten, Mobilität, Lebensqualität und Gefäßgesundheit langfristig zu erhalten.

Wie entstehen Durchblutungsstörungen?

Die häufigste Ursache ist die Arteriosklerose, umgangssprachlich auch Gefäßverkalkung genannt.

Im Laufe der Jahre lagern sich Fette, Kalk und Bindegewebe in den Gefäßwänden ab. Dadurch entstehen sogenannte Plaques, die das Gefäß zunehmend verengen und den Blutfluss behindern.

Anfangs kann der Körper die verminderte Durchblutung häufig noch ausgleichen. Mit fortschreitender Erkrankung reicht die Blutversorgung jedoch nicht mehr aus, insbesondere bei körperlicher Belastung.

Welche Arterien sind betroffen?

Die Erkrankung kann grundsätzlich alle Arterien der Beine betreffen.

Besonders häufig finden sich Veränderungen:

  • In den Beckenarterien
  • In den Oberschenkelarterien
  • Im Bereich der Kniekehlenarterie
  • In den Unterschenkelarterien

Je nach Lokalisation und Ausmaß der Gefäßveränderungen unterscheiden sich die Beschwerden.

Risikofaktoren

Die Risikofaktoren entsprechen denen anderer arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen.

Dazu gehören:

  • Rauchen
  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • Erhöhte Cholesterinwerte
  • Höheres Lebensalter
  • Familiäre Vorbelastung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel

Rauchen und Diabetes mellitus gelten als die wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung einer pAVK.

Welche Beschwerden verursacht eine pAVK?

Die Symptome hängen vom Schweregrad der Durchblutungsstörung ab.

Frühes Stadium

In frühen Stadien bestehen häufig keine Beschwerden. Die Erkrankung wird oft zufällig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt.

Belastungsabhängige Schmerzen

Mit zunehmender Gefäßeinengung treten Schmerzen beim Gehen auf. Typischerweise müssen Betroffene nach einer bestimmten Gehstrecke stehen bleiben, bis die Beschwerden nachlassen.

Da viele Patienten dabei vor Schaufenstern stehen bleiben, wird die Erkrankung umgangssprachlich auch als „Schaufensterkrankheit“ bezeichnet.

Typische Beschwerden sind:

  • Wadenschmerzen beim Gehen
  • Oberschenkelschmerzen
  • Gesäßschmerzen
  • Belastungsabhängige Muskelschwäche
  • Nachlassende Gehstrecke

Fortgeschrittene Durchblutungsstörung

Bei stärker ausgeprägten Gefäßverengungen können Beschwerden auch in Ruhe auftreten.

Mögliche Anzeichen sind:

  • Ruheschmerzen, insbesondere nachts
  • Kalte Füße
  • Blasse Haut
  • Schlechte Wundheilung
  • Absterben von Gewebe

In diesem Stadium besteht dringender Behandlungsbedarf.

Warum ist die pAVK gefährlich?

Die pAVK ist nicht nur eine Erkrankung der Beine.

Sie gilt als wichtiger Marker für eine generalisierte Arteriosklerose. Viele Patienten weisen gleichzeitig Veränderungen der Herzkranzgefäße oder der Halsschlagadern auf.

Das Risiko für:

  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Herz-Kreislauf-Komplikationen

ist deutlich erhöht.

Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht daher nicht nur den Schutz der Beine, sondern auch die Reduktion kardiovaskulärer Risiken.

Diagnostik der Durchblutungsstörung

Zu Beginn werden Beschwerden, Risikofaktoren und bestehende Vorerkrankungen erfasst.

Bereits die Beschreibung der Gehstrecke liefert häufig wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer pAVK.

Klinische Untersuchung

Die Untersuchung umfasst:

  • Kontrolle der Fußpulse
  • Beurteilung der Hautdurchblutung
  • Temperaturvergleich der Beine
  • Untersuchung möglicher Wunden

Knöchel-Arm-Index (ABI)

Der ABI gehört zu den wichtigsten Untersuchungen bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung.

Hierbei wird der Blutdruck an Armen und Beinen gemessen und miteinander verglichen. Bereits geringe Durchblutungsstörungen können dadurch erkannt werden.

Ultraschalluntersuchung der Arterien

Die Duplexsonographie ermöglicht die genaue Darstellung der Bein- und Beckenarterien.

Mit dieser Untersuchung können:

  • Gefäßverengungen erkannt werden
  • Verschlüsse dargestellt werden
  • Blutflussgeschwindigkeiten gemessen werden
  • Therapieentscheidungen vorbereitet werden

Die Untersuchung ist schmerzfrei, strahlungsfrei und liefert sofortige Ergebnisse.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Beschwerden.

Behandlung der Risikofaktoren

Die wichtigste Grundlage jeder Therapie ist die konsequente Behandlung der Risikofaktoren.

Dazu gehören:

  • Rauchstopp
  • Blutdruckkontrolle
  • Behandlung erhöhter Cholesterinwerte
  • Optimierung eines Diabetes mellitus
  • Gewichtsreduktion
  • Regelmäßige Bewegung

Gehtraining

Ein strukturiertes Gehtraining zählt zu den wirksamsten Maßnahmen bei einer pAVK.

Durch regelmäßiges Training kann der Körper Umgehungskreisläufe entwickeln und die Gehstrecke deutlich verbessert werden.

Medikamentöse Therapie

Je nach Befund können Medikamente eingesetzt werden, um:

  • Das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen
  • Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiken zu reduzieren
  • Die Durchblutung zu verbessern

Hierzu gehören insbesondere Blutverdünner und cholesterinsenkende Medikamente.

Kathetergestützte Behandlung

Bei ausgeprägten Gefäßverengungen kann eine minimalinvasive Behandlung erfolgen.

Dabei werden die verengten Gefäße mittels Ballonkatheter erweitert und gegebenenfalls durch einen Stent offengehalten.

Diese Eingriffe erfolgen meist über einen kleinen Zugang in der Leiste.

Gefäßoperation

Bei komplexen oder langstreckigen Verschlüssen kann eine operative Behandlung erforderlich sein.

Dabei werden die Gefäße entweder ausgeschält oder durch eine Umgehungsleitung (Bypass) überbrückt.

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