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Die Venen der Beine haben die wichtige Aufgabe, das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Täglich leisten sie dabei Schwerstarbeit, denn sie müssen das Blut gegen die Schwerkraft aus den Beinen nach oben befördern.
Damit dies funktioniert, verfügen die Venen über ein ausgeklügeltes System aus Venenklappen und Muskelpumpen. Kommt es zu Störungen dieses Systems, können verschiedene Venenerkrankungen entstehen. Diese gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt und betreffen Millionen von Menschen.
Viele Venenerkrankungen entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg. Anfangs bestehen oft nur leichte Beschwerden, die häufig als normale Begleiterscheinungen des Alltags wahrgenommen werden. Ohne Behandlung können die Veränderungen jedoch fortschreiten und langfristig zu erheblichen Beschwerden und Komplikationen führen.
Venenerkrankungen sind heute sehr gut diagnostizierbar und in den meisten Fällen schonend behandelbar. Moderne Untersuchungsverfahren ermöglichen eine präzise Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie.
Unser Ziel ist es, Beschwerden zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Gesundheit Ihrer Venen langfristig zu erhalten.
Denn gesunde Venen bedeuten leichte Beine, mehr Beweglichkeit und mehr Lebensqualität – in jedem Alter.
Wie funktioniert das Venensystem?
Das Blut wird über zwei Venensysteme aus den Beinen zurück zum Herzen transportiert.
Das tiefe Venensystem
Etwa 90 Prozent des Blutes werden über die tiefen Beinvenen transportiert. Diese verlaufen zwischen den Muskeln und stellen den wichtigsten Rücktransportweg des Blutes dar.
Das oberflächliche Venensystem
Die oberflächlichen Venen verlaufen direkt unter der Haut. Zu ihnen gehören die große und die kleine Stammvene sowie zahlreiche Seitenäste.
Verbunden werden beide Systeme durch sogenannte Verbindungsvenen.
Die Venenklappen
Venenklappen funktionieren wie kleine Rückschlagventile. Sie sorgen dafür, dass das Blut nur in Richtung Herz fließen kann.
Werden diese Klappen undicht, fließt ein Teil des Blutes zurück in die Beine. Dadurch steigt der Druck in den Venen und es können Krampfadern und andere Venenerkrankungen entstehen.
Welche Erkrankungen der Beinvenen gibt es?
Krampfadern (Varikose)
Krampfadern gehören zu den häufigsten Venenerkrankungen. Durch eine Schwäche der Venenklappen erweitern sich die Venen und werden als geschlängelte Gefäße unter der Haut sichtbar.
Besenreiser
Besenreiser sind feine Erweiterungen kleinster Hautvenen. Sie stellen meist kein gesundheitliches Problem dar, können jedoch auf eine zugrunde liegende Venenschwäche hinweisen.
Oberflächliche Venenthrombose
Hierbei handelt es sich um eine Entzündung einer oberflächlichen Vene, häufig verbunden mit einem Blutgerinnsel innerhalb der betroffenen Vene.
Chronische Venenschwäche
Bei einer chronischen Venenschwäche ist der Rücktransport des Blutes dauerhaft gestört. Die Folge sind Schwellungen, Schweregefühl, Hautveränderungen und im fortgeschrittenen Stadium schlecht heilende Wunden.
Offenes Bein (Ulcus cruris)
Eine fortgeschrittene chronische Venenschwäche kann zu schlecht heilenden Wunden im Bereich des Unterschenkels führen.
Tiefe Venenthrombose
Bei einer Thrombose verschließt ein Blutgerinnsel eine tiefe Vene. Diese Erkrankung muss rasch erkannt und behandelt werden, da sie zu einer Lungenembolie führen kann.
Welche Beschwerden können auftreten?
Venenerkrankungen verursachen häufig ähnliche Symptome.
Typische Beschwerden sind:
- Schwere oder müde Beine
- Schwellungen an Füßen und Knöcheln
- Spannungsgefühl in den Beinen
- Schmerzen oder Ziehen
- Nächtliche Wadenkrämpfe
- Juckreiz
- Unruhige Beine
- Sichtbare Krampfadern
- Hautveränderungen
- Schlecht heilende Wunden
Die Beschwerden verstärken sich häufig im Tagesverlauf sowie bei langem Sitzen, Stehen oder warmen Temperaturen.
Welche Folgen können unbehandelte Venenerkrankungen haben?
Venenerkrankungen sind meist chronische Erkrankungen. Ohne Behandlung schreiten sie häufig langsam, aber kontinuierlich fort.
Mögliche Folgen sind:
- Zunehmende Schwellungen
- Fortschreitende Krampfadern
- Hautverfärbungen
- Verhärtungen der Haut
- Wiederkehrende Venenentzündungen
- Varizenblutungen
- Offene Beine
- Dauerhafte Einschränkung der Lebensqualität
Je früher eine Venenerkrankung erkannt wird, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und Folgeschäden vermeiden.
Diagnostik der Beinvenen
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und mögliche Risikofaktoren.
Klinische Untersuchung
Die Beine werden auf sichtbare Venenveränderungen, Schwellungen, Hautveränderungen und andere Auffälligkeiten untersucht.
Duplexsonographie
Die wichtigste Untersuchung der Beinvenen ist die Duplexsonographie.
Mit dieser modernen Ultraschalluntersuchung können:
- Krampfadern erkannt werden
- Die Funktion der Venenklappen beurteilt werden
- Der Blutfluss dargestellt werden
- Thrombosen ausgeschlossen werden
- Die Ursache der Beschwerden identifiziert werden
Die Untersuchung erfolgt schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.
Funktionsdiagnostik
Ergänzend können spezielle Untersuchungen wie die Lichtreflexrheographie oder die Venenverschlussplethysmographie eingesetzt werden, um die Funktion des Venensystems genauer zu beurteilen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Art und Ausprägung der Erkrankung.
Kompressionstherapie
Kompressionsstrümpfe unterstützen den Rücktransport des Blutes und können Beschwerden sowie Schwellungen reduzieren.
Endovenöse Lasertherapie
Bei Stammvenenkrampfadern kann die erkrankte Vene durch Laserenergie von innen verschlossen werden.
Behandlung mit Venenkleber
Durch einen speziellen medizinischen Gewebekleber wird die erkrankte Vene dauerhaft verschlossen.
Mikroschaumverödung
Die moderne Mikroschaumverödung eignet sich für Besenreiser, Seitenastkrampfadern und bestimmte größere Krampfadern.
Mini-Phlebektomie
Größere Seitenastkrampfadern können über kleinste Hautöffnungen entfernt werden.